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Enthüllungen über die Poker-Medien

Posted by Steve Ruddock, July 13, 2014

Eines der bekannteren Sprichwörter im Poker ist dieses: Poker ist ein harter Weg, um sich sein Brot leicht zu verdienen. Es ist ein Sprichwort, das viele Menschen schon im Laufe der Jahre gehört haben (in der Regel nach einem Bad Beat), aber wie der Sternenbanner, gibt es auch einen zweiten Teil des Sprichworts, welches besagt "über Poker zu berichten ist ein harter und undankbarer Weg."

In dieser Rubrik werde ich Ihnen einen Einblick geben, wie es in den Poker-Medien genau zugeht und warum der Job viel schwieriger ist, als die meisten Menschen annehmen.

Medienberichterstattung im Poker ist eine harte Sache

 

Was machen die Poker-Medien?

Für die Poker-Medien zu arbeiten, ist für die Fanboys ein Traumjob. Immerhin scheint der Job ziemlich einfach zu sein: einige Poker-Interviews machen, ein paar Poker-Bücher und Poker-Magazine GRATIS lesen und einige amüsante Poker Medienberichterstattungen über die WSOP oder den neuesten Software-Upgrades machen. Ganz abgesehen davon, dass Sie dafür bezahlt werden mit den Pokerspielern, die gleichbedeutend mit Spielern wie Michael Jordan oder Tom Brady sind, zusammenkommen.

Leider ist die Realität der Aufgaben eines durchschnittlichen Poker-Medien Reporter ganz anders.

 

Titan Poker Medienberichterstattung

 

Als erstes müssen Sie erkennen, dass die Poker-Medien eine vielfältige Gruppe von Menschen sind, die eine Reihe von verschiedenen Jobs machen. Es gibt Turnier Reporter, Blogger, Verfasser, juristische und legislative Experten und jede Gruppe spielt eine andere Rolle.

Wie es Chad Holloway von PokerNews.com ausdrückt: "Ich denke, dass die Rolle der Poker-Medien von der Vertriebsstelle abhängt für die man arbeitet. Für uns bei PokerNews… geht es darum [unsere Leser] über das was in der Poker-Industrie passiert auf dem Laufenden zu halten."

Die Freiberuflerin Jennifer Newell stimmte Chad zu und sagt: "die Rolle der Poker-Medien ist es zu berichten, was im Poker passiert, sowie über Spieler-Nachrichten und Geschehnisse in der Industrie."

Lee Davy (der fast bei jeder Poker-Vertriebsstelle schreibt) zitierte Holloways und Newells Gedanken und sagte: "Wir sind da, um den Menschen Informationen über die Branche zu bieten. Diese möchten unterhalten und informiert werden."

 

 

Davy hat auch eine andere Sicht auf die Rolle der Poker-Medien und sieht die Medien als Botschafter für Poker. "Wir sind dort als Mitglieder der Massen, deren kollektive Aufgabe es ist, das Wort Poker in der ganzen Welt zu verbreiten" sagt er.

Meine Ansichten über die Rolle der Poker-Medien sind in etwa die: es hängt einfach ab für wen Sie arbeiten und wofür Sie sich begeisteren. Für einige Menschen sind es die Spieler und die Turniere; für andere ist es die Schönheit des Pokers in den strategischen oder psychologischen Aspekte des Spiels und dann gibt es auch solche für die die Einzelheiten der rechtlichen und legislativen Seite der Industrie am interessantesten ist.

 

Wie sieht für einen Poker-Reporter ein typischer Tag aus?

Denken Sie an Doppelschichten und Sie sind ziemlich nahe an dem was Vollzeit-Reporter tagein, tagaus machen, und zwar in jedem Genre nicht nur beim Poker.

Für Poker-Reporter bedeutet dies 12 Stunden auf den Füßen zu stehen und von einem Turnier zu berichten, oder genauso schlimm, 12 Stunden auf einen abgenutzten Stuhl vor dem Computer zu sitzen, während der Ischias aufflammt, wenn man von Zuhause aus arbeitet.

 

 

Denken Sie außerdem daran, wie langweilig es sein kann Poker live zu spielen. Stellen Sie sich jetzt vor, wie langweilig eine Berichterstattung beim Live-Poker sein kann und wie anstrengend es sein kann zwischendurch die Spieler zu belästigen, um ein Interview zu erhalten, wobei Sie so zurückgewiesen werden als gäbe es Sie gar nicht, oder noch schlimmer, Sie werden beschimpft, weil Sie sie stören.

Und zwischen der Langeweile und den Beschimpfungen von verärgerten Spielern und dem kalten Kaffee, den Sie trinken, müssen Sie sich auch irgendwie an die Chip-Stacks, (Gott bewahre, Sie machen hier einen Fehler!) und den Namen der Spieler erinnern und irgendwie auch Zeit finden alles im Computer festzuhalten.

Klingt es immer noch verlockend?

Chad Holloways Tag beginnt sehr früh und nimmt den größten Teil seiner wachen Stunden ein: "Wenn ich bei den World Series of Poker bin, gehören zu einem normalen Tag 12-14 Stunden Live-Berichterstattungen… Außerhalb der WSOP bin ich sehr viel unterwegs, denn ich fahre zu verschiedenen Turnieren, wie die Mid-States Poker Tour und European Poker Tour, um die gleichen Dienstleistungen der Live-Berichterstattung anzubieten."

 

Lange anstrengende Arbeitsstunden um über Poker zu schreiben

 

Aber Holloways Tag hört hier nicht auf: "Ich schreibe auch täglich Artikel und andere Inhalte für PokerNews, sowie Beiträge zu anderen Vertriebsstellen wie Ante Up Magazine, Midwest Gaming und Travel. Außerdem schreibe ich eine landesweite Poker-Zeitungsspalte. Um es anders auszudrücken, ich schreibe den ganzen Tag und jeden Tag über Poker."

Lee Davys Tag beginnt ziemlich spät, aber ist genauso ausgefüllt. "Ich wache wann ich will auf (in der Regel zwischen 10-12)… Ich meditiere ungefähr 20 Minuten und dann beginne ich zu schreiben. Ich mache gegen mittags eine Pause für mein Mittagessen und mache dann in der Regel einen Spaziergang. Wenn ich zurückkomme schreibe ich weiter. Ich mache gegen 18-19 Uhr eine weitere Pause und meditiere ein weiteres Mal für ungefähr 20 Minuten. Dann gehe ich rennen, komme zurück und schreibe weiter. Um Mitternacht höre ich auf zu schreiben."

Poker-Medienberichterstattung ist ein harter Job

 

Und es ist nicht nur das Schreiben, dass gemacht werden muss, wie es Davy detaillierte: "Zwischen dem Schreiben, stelle ich sicher, meine NeedyHelper Facebook-Seite zu aktualisieren, Kommentare in meinen Blog zu beantworten, meine E-Mails zu lesen, FB Nachrichten zu lesen, mindestens einen Blog-Post pro Tag über Abhängigkeiten zu lesen (und zu kommentieren) und fünf Dinge auf meiner "Fünf Minuten" To-do-Liste abzuhacken. Davy sagte später, er sei ein To-do-Liste Freak ist."

Erkennen Sie schon ein Muster? Nun, was ist, wenn ich Ihnen sage, dass Jennifer Newell auch morgens, mittags und abends schreibt?

"Ich stehe jeden Tag um 6 Uhr morgens auf, um mit den Hunden Gassi zu gehen und sitze schon vor 7 Uhr an meinem Schreibtisch, sagte mir Newell. "Ich arbeite den ganzen Tag, manchmal sogar bis abends, aber manchmal mache ich Pausen, um Dinge zu erledigen. Die Tage variieren, je nach Anweisungen der Klienten, der Zeit des Jahres (WSOP ist die belebteste Zeit) und wie leicht ich die Wörter aus meinen Kopf in ein Word-Dokument verfassen kann."

 

Bevorzugung, Integrität und gequetschte Geschichten

Eine ständige Kritik der Poker-Medien ist, dass wir bestimmte Spieler bevorzugen, oder uns weigern kontroverse Themen anzusprechen.

Chad Holloway stimmt dieser Kritik nicht unbedingt zu und erklärt die Bevorzugung einfach als Angebot und Nachfrage: "Ich bin mir nicht sicher, ob ich es Bevorzugung nennen würde, aber die Vertriebsstellen geben jenen Spielern mehr Aufmerksamkeit, welche die Fans mehr interessieren," sagt Holloway. "Einen Artikel über Phil Hellmuth oder Phil Ivey zu schreiben zieht sicherlich das Interesse von mehr Fans an, als über einen Spieler zu schreiben, der noch nicht so viel erreicht hat."

 

Sind Poker-Journalisten etwas mehr als Pokerspieler?

 

Lee Davy ist etwas pessimistischer über die Poker-Vertriebsstellen und den Inhalten, die abgeliefert werden: "Es ist äußerst selten, dass eine Poker-Vertriebsstelle Ihnen erlaubt Ihre eigene Meinung zu sagen und zu schreiben was Sie möchten… Es ist eine Schande, weil es die Kreativität hemmt und dringend benötigte Diskussion verhindert. Es schafft auch eine Situation in der 10-20 Poker-Medien Seiten jeden Tag den gleichen Mist schreiben." 

Jennifer Newell findet die gleiche Art von verdeckter Zensur in der Branche: "Die meisten Poker-Medien Vertriebsstellen sind zu Werbetreibenden verpflichtet und werden nicht über Dinge schreiben, die dieses Einkommen oder diese Beziehung gefährden würden… Es gibt eine noch unausgesprochene konzertierte Anstrengung unsere Branche positiv und sauber zu halten."

 

Titan Poker Medienberichterstattung

 

Newell fuhr fort und sagte: "Es gibt auch ein recht konstantes Dilemma in Bezug auf das Schreiben der Wahrheit und Job/Beziehungen im Poker zu riskieren gegenüber sicher zu spielen und meinen Überzeugungen nicht treu zu bleiben. Ich habe mehr als ein paar Brücken hinter mir abgebrochen, um so ethisch wie möglich zu bleiben. Es gibt sehr wenige wirklich unabhängige Medien, welche über die Nachrichten und die ganze Wahrheit berichten, ohne die Nachteile zu befürchten."

 

Wie kamen Sie zu diesem Job?

Wie sieht die Geburt einen Poker Journalisten/Reporter also aus?

Chad Holloway: "Nachdem ich die juristische Fakultät abgebrochen habe, begann ich für das Poker Pro Magazine Fantasie Poker Artikel beizutragen, welches schließlich zu einem Praktikum bei BLUFF bei den World Series of Poker 2009 führte. Ein Jahr später wurde ich als Freelancer für PokerNews eingestellt und leistete wahrscheinlich gute Arbeit, weil sie mir kurz darauf eine Vollzeitstelle anboten."

Jennifer Newell: "Ich machte vor ungefähr 10 Jahren die Buchhaltungsarbeiten für die World Poker Tour in Los Angeles. Ich wollte immer schon ein Reporter werden, habe aber nie meine Nische gefunden … ich begann als freiberuflicher Arbeiter … baute ein Portfolio auf, das ich veröffentlichte und verglich Preise… und kündigte meinen Bürojob vor ungefähr acht Jahren."

Lee Davy: "Ich hörte auf Alkohol zu trinken und merkte, dass ich die Macht hatte alles zu tun, was ich wollte. Also kündigte ich meinen Job und wollte versuchen beim Poker in einem Jahr $45.000 zu verdienen… Das war vor fünf Jahren, ich habe nun meine eigene Firma und helfe anderen Menschen vom Alkohol wegzukommen."

 

Medienberichterstattung mit Standkameras

 

Ihr seid nichts weiter als gescheiterte Spieler!

Eine Kritik an Poker-Medien ist, dass wir etwas mehr als ein Bündel von Pokerspielern sind, das sowohl richtig als auch falsch zu sein scheint, als ich das Forum fragte, ob Poker-Medientypen gescheiterte Spieler wären.

Chad Holloway, ein WSOP Bracelet Gewinner sieht sich sicherlich nicht als gescheiteter Spieler: "Ich spiele weiterhin und ergänze mein Einkommen mit Poker-Gewinne, zu dem ein WSOP Gold-Bracelet vom Jahr 2013 gehört. Ich wünschte, ich hätte mehr Möglichkeiten zu spielen, aber ich würde mich keineswegs als gescheiterten Spieler bezeichnen."

Lee Davy scheint so zu denken: "… Auf die Gefahr jene Reporter aufzuregen, die schwer daran gearbeitet haben, um diesen Titel zu erhalten, werde ich sagen: Viele der Reporter, die ich kenne, haben irgendwann versucht das Spiel zu spielen. Macht sie das zu gescheiteren Spielern? Nun, wären sie lieber Spieler oder Reporter? Ich bin zu 100% ein gescheiterter Spieler."

Und seltsam genug ist, dass Jennifer Newell das Spiel niemals ernst gespielt hat: "Ich wollte nie eine Pokerspielerin sein. Ich habe nicht gegen ein gelegentliches Spiel, aber ich habe niemals versucht eine professionelle Spielerin zu sein. Viele finden sich in diesem Boot, aber ich schreibe, weil ich gerne über das Spiel und seine Spieler schreibe."

 

Hinweise für den aufstrebenden Poker-Reporter

Chad Holloway: "Der schwierigste Teil meiner Arbeit ist die Verwaltung meiner Zeit. Bei so vielen Terminen und Reise-Verpflichtungen, ist es wichtig organisiert zu sein und nicht zu zögern. Eine proaktive Verhaltensweise in meinem Job kann erfolgreicher als eine reaktive sein."

Poker ist ein harter Weg, um sich sein Brot leicht zu verdienen

Lee Davy: "Es ist schwer die Zeit zu finden, damit alles passt, vor allem Zeit für meine Frau und meinen Sohn. Meine Kreativität schwindet in den frühen Abendstunden und kehrt dann aus irgendwelchen Gründen um Mitternacht zurück. Die Durchsetzung in dieser Zeit ist immer eine Herausforderung.."

"In der Regel, als Reporter möchten Sie, dass die Artikel fließen. Sie möchten, dass die Menschen darüber reden und es verbreiten. In diesem Sinne würde ich also den Reporter raten, die bessere Seite ihrer Charaktere zu finden und wenn das bedeutet ein wenige Bevorzugung zu zeigen, dann muss es halt so sein."

Jennifer Newell: "Meine Herausforderung beim Schreiben über Poker ist, die gleichen Dinge in einer frischen Art zu sagen. Es gibt so viele Möglichkeiten zu sagen, dass jemand ein Turnier verloren hat, so dass Thesaurus mein bester Freund ist."

"Die andere große Herausforderung besteht darin, genug Arbeit zu haben, die eine angemessene Gebühr bezahlt, um meine grundlegenden Rechnungen im Monat abdecken zu können.."

 

Titan Poker Medien-sind hart

Offenbar weiß Lee Davy worüber Jennifer spricht, wenn es darum geht Arbeit zu finden und Gelegenheitsjobs anzunehmen: "Ich wurde einmal von einer Poker-Vertriebsstelle gebeten über Sexspielzeug zu schreiben und ich musste sie selbst ausprobieren, damit ich weiß worüber ich schreibe." Ach, die Dinge, denen wir zustimmen, um unsere Rechnungen bezahlen zu können.

 


Steve RuddockSteve Ruddock ist ein erfahrener Reporter in der Poker- und iGaming Branche, der in seinem Job als freiberuflicher Poker-Reporter jeden Winkel des Online Pokers abdeckt. Folgen Sie Steve auf Twitter unter @SteveRuddock

 


 

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