EPT Dortmund 2009 Blog
Tag 1
Zum EPT Turnier in Dortmund muss ich sagen, dass ich anfangs ganz schön nervös war und mir vor Nervosität auch der ein oder andere Fehler unterlief, wie beispielsweise das Ansagen einer falschen Raise-Summe. Nach einer Stunde konnte ich mich aber an die rege Umgebung, die Medienpräsenz und die ganzen Zuschauer gewöhnen und mich ganz auf mein Spiel konzentrieren.
Der erste Tag in Dortmund lief für mich überraschend gut. Ich spielte gut, habe meine Gegner gut lesen können und meine Moves funktionierten. So dass ich durch aggressives Spiel meinen Stack immer weiter ausbauen konnte. Gegen Ende des ersten Tages war mein Chiphöchststand bei 60.000 Chips von anfangs 10.000 und so gehörte ich wie eigentlich den ganzen Tag über zu den Chipleadern.
Dass es jedoch nicht die ganze Zeit über so reibungslos laufen konnte, war allerdings klar. So, dass die vorletzte Hand des Abends für mich doch noch eine Schlüsselhand darstellte.
In früher Position hielt ich QQ und erhöhte standardmäßig auf den dreifachen Big Blind. Alle foldeten zum Button, der mich reraiste und noch ca. 20.000 Chips nach dem reraise hinter sich hatte. Ich habe ihn einige schwache Hände spielen sehen und es gab da noch die Möglichkeit auf einen Move seinerseits um bei der vorletzten Hand des Abends noch an einige Chips zu kommen. Mit AK und einem niedrigeren Paar hätte er noch gute Fold Equity gehabt um den zweiten Tag zu erreichen und auf eine bessere Gelegenheit zu warten. Deswegen beschloss ich meine Hand aggressiv zu spielen und stellte Pre-Flop alle meine Chips rein. Leider lief ich in Könige rein und so schrumpfte mein Stack auf 35.000 Chips.

Damian Ciomperlik in Aktion am Tisch
Tag 2
Tag 2 ging dann genauso weiter wie der erste Tag aufgehört hatte. Ich kam an einen recht aggressiven Tisch, so dass es viele Reraises gab. Die einzigen bekannten Gesichter die ich kannte waren George Danzer und ein Intelli-Freeroller, über den ich am spielfreien Tag davor zufällig ein aktuelles Video mit einem Interview gesehen habe und wusste, dass er aggressiv spielen würde. Nach einer halben Stunde ging ein Shortstack in erster Position mit seinem kleinen Stack All in. Ich war der Big Blind. George Danzer reraiste um das Minimum und in später Position, gerade als ich AQ hielt. Da ich annahm, dass er den Shortstack nur isolieren wollte und nicht gezwungenermaßen eine starke Hand halten musste und ich eventuell noch freie Karten bekommen könnte, callte ich. Der Flop brachte das A auf einem Rainbow Board. Ich checkte, Danzer setzte 1/3 des Pots. Ich callte. Turn brachte ne kleine Karte in Pik, somit lagen 2 Pik in der Mitte. Ich checkte wieder, Danzer diesmal auch. River brachte ein weiteres Pik. Check, Check und Danzer zeigte die Nuts mit AQ in Pik. Da hatte ich etwas Glück, dass er nicht mitgekriegt hat, das er einen Flush hatte, sonst hätte ich wohl noch ein paar mehr Chips bluten müssen. 20.000 Chips hatte ich nach dieser Hand noch übrig.
15 Minuten später bekam ich A 10 in Kreuz und in später Position. Im big Blind war der Intelli-Freeroller. Ich erhöhte wieder und diesmal reraiste mich der Big Blind, der über 40.000 an Chips hatte. Ich wusste aus dem Video dass er aggressiv spielt und callte nur mit um den Flop zu sehen. Es kam der Flop mit 2 5 8 mit zwei Kreuzen. Da in der Mitte bereits so viel drin war, war für mich klar, dass ich All in gehen würde. Der Intelli-Freeroller setzte fast den Pot und hatte sich somit committed. Folden konnte ich nicht mehr und ich ging wie bereits erwähnt All in. Meinem A 10 in Kreuz stand 54 offsuit gegenüber. Turn und River waren Blanks und somit war für mich der zweite Tag nach nicht einmal einer Stunde beendet.
Im Nachhinein gesehen hätte ich besser Pre-Flop direkt pushen sollen, anstatt nur zu callen, da ich wusste dass er zu Moves fähig ist. Da war ich etwas ängstlich, aber ich schätze, dass hat auch etwas mit der fehlenden Erfahrung bei solch einem großen Turnier zu tun.
Weitere prominente Tischnachbarn von mir im Laufe des Turniers waren William Thorson, Marcin Horecki und Ivan Demidov, gegen den und sein 10er Pärchen mein AQ hielt. Die EPT in Dortmund war für mich eine sehr gute Erfahrung mit den ganzen Profis spielen und reinschnuppern zu können und ich hoffe, das war nicht die letzte.
Titan Poker gratuliert zu dem hervorragenden Spiel und bedankt sich für eine großartiges Turnier. Bis zum nächsten mal!
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